Das Mittsommer-Gefühl

„Mittsommer ist der schönste Tag. Zusammen mit Geburtstag. Und Weihnachten und Ostern.“ So könnte es Inga aus Bullerbü gesagt haben. Oder Lisa. Aus Schweden kommt dieses Zitat dieses Mal aber nicht, sondern aus Bamberg – von unserem großen Kind. Hier könnt ihr lesen und sehen, wie es letzte Woche zu diesem Satz kam.

Der Anfang des Zaubers

Ein bisschen schlechte Laune hatte sich breit gemacht. Die Woche war unfassbar erschöpfend gewesen. Schmerzhafte Hitzebläschen beim großen Kind, kaum Schlaf aufgrund des zahnenden kleinen Kindes, Hitze in der Dachwohnung und so vieles mehr. Aber jetzt endlich: Ab ins Grüne! Mittsommer!

Kinderstimmen, liebe und liebste Menschen, tiefrote Kirschen, Kaffee und zwei Stück Erdbeerkuchen – so kann der Mittsommer-Zauber beginnen.

Das wird doch ein Kinderspiel…

Es brauchte kein Kinderprogramm. Wiese, Bäume, Sand zum Matschen („Anti-Mücken-Gel“ wurde da zum Beispiel gemischt), Raum zum Rennen und Hängematten. Die Kinder-Tattoos wanderten dann auch auf mehr erwachsene Arme und Backen. Aber die wollen ja eben auch Kinder sein.

Blumenkränze – alle wollen einen

Blumenkränze? Naja, schon sehr hippiemäßig. Nach kurzer verhaltener Reaktion auf unser „Bastel-Set“ saßen dann aber Groß und Klein auf den Decken und banden Mittsommer-Kränze. Erst viele kleine Sträuße, die dann auf einem Draht zu einem Blumenkranz wurden.

Den Moment zwischen Blumentreiben, Menschen und Abendsonne kann kein Wort und kein Foto beschreiben.

Der perfekte Ort

Was soll man viel sagen? Eine Wiese, die ein Freund ein paar Tage zuvor mit der Sense gemäht hatte, ein alter Wohnwagen und Natur in Sommerfarben. Kein Ort hätte für uns schöner sein können.

Abend & ein Versprechen

Als sich die Sonne in die Baumwipfel zurückzog, wurde aus vielen Kleinigkeiten ein großes Buffet. Während andere Familien das Zelt aufbauten oder im Wohnwagen eine Gute-Nacht-Geschichte vorlasen, machten wir uns auf den Heimweg. Unser großes Kind hatte sich das so gewünscht und das war ok für uns. Schließlich gab es da ja noch das Versprechen.

An Mittsommer, darf man so lange wach bleiben wie man will. Noch so eine Weisheit von Astrid Lindgren. Bis nach Mitternacht saß ich also mit meinem Kind auf dem Balkon – zumindest ich halb schlafend. Wir redeten, kuschelten, schauten nach Sternschnuppen und Satelliten. Seit dieser Nacht kennt unser Kind das Sternbild „Großer Bollerwagen“.

Auf dem Sofa an der Balkontür wachte ich verschlafen auf. Mit dem nächsten Satz für ein Bullerbü-Buch: „Papa, heute mag ich nochmal Mittsommer feiern. Ich mag nochmal so lange wach bleiben. Dafür musst du aber auch wach bleiben Papa.“

6 Kommentare

  1. Zauberhafte Bilder, Erzählung wie Poesie, wie nur Markus es kann: Ein Text zum Sehen , Riechen , Erinnern und Staunen. Was ist Glück???

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