Festival? Unter einem Dach!

Ganz gleich in welchem Jahr man auf das „Unter einem Dach“ geht, die Veranstalter bekommen einfach eine magische Mischung hin. Aus den verschiedenen Musikstilen, die einem an nur einem Abend erlauben über den eigenen Normalhörschatten zu springen. Mit dem Gespür für die „Großen“ von morgen. Und den auf den verschiedenen Bühnen lauernden neuen Lieblingsbands. Auf 5 Bühnen präsentierte das E-Werk Erlangen dieses Jahr 14 Live-Acts. Hier das, wo es mich hinzog.

Den Anfang machten A Tale Of Golden Keys auf der Außenbühne. Musikalisch gesehen standen die auf jeden Fall auf meiner Vorfreudeliste. Aber Jungs, ehrlich: Wie sollte bei einer so unenergetischen Grundstimmung in den Ansagen die Lust auf die eigentlichen Stücke entstehen? Was immer der Grund dafür war, ein schöner Einstieg war es trotzdem. Aber (noch) nicht die neue Lieblingsband.

Mit Linda Rum drehte sich das um 180 Grad. Ein Lied – in diesem Fall Mary – und die kleine Kinobühne war gefüllt mit purer Energie. Mikro und Verstärker hätten getrost zuhause bleiben können. Denn das mitfiebernde Stampfen reichte von der Bühne bis unter die Sitze und jeder Energieaufschrei hätte auch so noch einige weitere Räume füllen können. Und das Publikum applaudierte so viel, dass Linda die dankbare Ergriffenheit bis über beide Ohren im Gesicht stand. Und das lag nicht am „netten Publikum“. Die ruhigen Klavierstücke wie Winding Road, die durchdringende kraftvolle Stimme, die E-Gitarre und Drums von Multitalent Fabi, die mitnehmenden Texte wie bei Your Home Can Be Anywhere und Old & Wise und der so entgegenspringende Elan Hoch 10… das ist es, was bei Linda Rum absolut überzeugte.

Mit den Giant Rooks, der jüngsten Band des Abends, folgte dann gleich ein weiteres Highlight. Müsste ich es kurz machen: Zu Silence – eben erst in Schweden geschrieben – kann man perfekt knutschen, zu allen anderen Songs entspannt bis ausladend tanzen und abgehen. Heute spielen die fünf Jungs noch auf Festivals, Newcomer-Veranstaltungen und als Vorband für Von Wegen Lisbeth, aber nächstes Jahr sehen wir Giant Rooks sicher schon ihre eigenen Hallen füllen.

Die tanzbaren Songs von Giant Rooks waren dann auch ein bisschen daran Schuld, dass ich ein eigentlich ganz fest eingeplantes Konzert zum Großteil verpasste. Denn Ramona vom Augsburger Musikblog Princess Pietsch hatte kürzlich mit höchstem Lob über die Leoniden geschrieben. Ich habe zwar nur die drei letzten Songs gesehen, aber ich kann restlos bestätigen, dass die Leoniden auf der Bühne und damit auch davor eine wahnsinnige Energie entfesseln. Eindeutiges und objektives Qualitätsmerkmal: Das Publikum war am Ende genauso nassgeschwitzt, wie die tropfende Band. Die muss ich wirklich unbedingt noch einmal sehen!

Wie kann man melancholische Musik tanzbar machen? So ganz kann ich das auch nicht beantworten. Aber Fil Bo Riva kann das. Was es einem aber auch etwas schwer machen kann. Denn eigentlich können die Beine gar nicht anders, als sich im schwingenden Takt zu bewegen. Aber die Melancholie hält einen immer ein bisschen auf dem Boden der Tatsachen. Aber Oh, diese schöne Stimme zusammen mit der eingänglichen und tempowechselnden Musik. Für zwischendrin war das sehr schön. Nicht nur für zwischendrin.

Zum Schluss standen noch Schmutzki und Sepalot auf der Bühne. Auch wenn ich mir erstere schon im Plan angekreuzt hatte, um zum energiegeladenen Punkrock in den Morgen zu starten, hatte ich dann letztendlich mehr Lust auf die beat- und basslastige Version beim ehemaligen Blumentopf-Mitglied. Einfach tanzen und die Musik reinlassen. Auch wenn es nicht das ist, was man sonst so hört. Genau dafür liebe ich das Unter einem Dach – Festival.


Beim Unter einem Dach – Festival traten zudem auf: Max Prosa, Hanna Leess (die Favoritin des Abends von einer Freundin), Goldroger, Chapter 5, Christian Kjellvander, Angiz, Xirow und die Humorzauberer Siegfried & Joy.

6 Comments

  1. Da hast du dir wirklich super Bands für deinen Festivalfahrplan ausgesucht :) Giant Rooks und Fil Bo Riva sind einfach ein Traum, schade nur dass du die Leoniden fast verpasst hast. Aber da kann ein zweites Konzert bestimmt nicht schaden :D und auch schade, dass A Tale Of Golden Keys anscheinend nicht so gut wie gewohnt waren. Kann mir aber auch vorstellen, dass das an der Open Air Bühne lag und dadurch die Energie etwas verloren ging.

    1. Oh ja, es war sooo schön! :) Und ja, das mit der Bühne hab ich mir tatsächlich auch schon gedacht. In einer gemütlichen Kneipe oder auf der Kinobühne hätte sich das sicher anders und besser angefühlt. Aber ihre Musik find ich ja immer noch schön… das schreit auch nach einem weiteren Konzert ;)

    1. Na dann such mal was raus für in 3 1/2 Wochen ;) Oder komm übernächstes Wochenende zum Kontaktfestival (bin auch noch in keiner Schicht ;)…

    2. Also Kontakt wäre eher spontan, da kann ich noch nix zusagen..Aber man weiß ja nie ;)
      Hier! Save the date!! Ich darf freudig verkünden, dass wir eine Mops-Sommersause mit Aktuellen und Ehemaligen planen. 01.07. falls du noch verfügbar bist!! :) Wollte ich dir eigentlich später am Telefon sagen.. ;)

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