Ruhe vor Getümmel

Guten Morgen dritter Tag!

Ich wälzte mich noch etwas früher aus dem Schlafsack und der dicken Decke, als am Tag zuvor. Die Morgenstimmung war wieder unbeschreiblich schön. Die Almwiesen getränkt mit Tautropfen und zwischen den Kuhglocken verrieten Birkhühner ihre Anwesenheit. In der Ferne sah man sie… doch, man kann es tanzen nennen.

Die Regenstunden des Vortags hatten wir genutzt, um auch den Plan zum Abstieg über den Haufen zu werfen. Die längere, aber auch viel schönere Alternative war einfach zu vielversprechend.

Die Route begann mit dem entspannten Weg zu Regenalm und der Laafeldwand. Diesmal ohne Regen, dafür mit dem Glück auf einem Bergkamm ein paar Steinböcke zu sehen. Besonders gespannt war ich auf die verfallenen Almhütten, die auf der Wanderkarte eingezeichnet waren. Im Gebiet des Nationalpark Berchtesgaden gibt es etwa 60 Almen, die „aufgelassen“ wurden.

Darunter ist die Landtalalm, deren Überreste fast ein bisschen märchenhaft anmuten. Das Gelände mit seinen Ausblicken ist wunderschön, hat sogar eine eigene Quelle, deren Wasser in Kurven über die Wiese mäandert. Aber wenn man sich überlegt, wie hier Kühe oder auch nur Ziegen hochkommen sollen, oder auch, dass aufgrund der Tallage nur ein paar Stunden wirklich die Sonne scheint… Trotzdem: Wenn ich Geld hätte wäre eine Almhütte eine starke Konkurrenz zu einem Haus am Meer.

Den Weg ab der Landtalalm war geprägt von Bergwald, der immer wieder kleine Besonderheiten in der Tasche bereit hielt. Kleine vermooste Bäche, Totholz mit neuen „Bewohnern“ und letztendlich… den Blick auf den Obersee und die Südspitze des Königssees. Das Ziel war also in Sicht. Was uns aber fast bremste.

Wir wussten, dass wir nach dem letzten steilen Stück wieder unter Menschen, vielen Menschen sein würden. Der beeindruckenden Landschaft tat das aber keinen Abbruch. Die steilen Felshänge über dem blau-türkisen Wasser des Obersees, das kleine St. Batholomä vor dem wuchtigen Watzmannmassiv… der Königssee und der ihn umgebende Nationalpark bilden einfach eine einzigartige Umgebung.

Auf der Rückfahrt über Salzburg und durch die Nacht wirkten die drei Tage noch einmal nach und die Wehmut packte uns, als die letzten Bergspitzen am Horizont verschwanden. Aber sobald sich ein paar Tage ergeben, werden wir wiederkommen. Für die Bergkulissen, das Draußengefühl und die kleine große Flucht aus dem Alltag.

4 Comments

  1. <3 ach schön!! ich war ja am samstag am königssee, leider hatten wir kein glück mit dem licht und deswegen nicht so tolle bilder mitgebracht.

Kommentar verfassen? Ich freu mich!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s