Rugsundøya – eine Inselerkundung

Rugsundøya ist eine relativ überschaubare Insel, vor allem im Vergleich zum angrenzenden Bremangerlandet. Und doch überraschte sie uns an diesem Tag gleich mehrfach.

Zuerst, weil wir nicht erwartet hatten, dass die ehemalige Küstenfestung Tongane so große Ausmaße hatte. Unter deutscher Besatzung wurde hier während des 2. Weltkriegs die komplette Inselspitze mit Stacheldraht umzäunt, es wurden 664 Landminen gelegt, Geschütze, unzählige Bunker und Barracken gebaut. Zwischen den Überresten dieser Festung zu stehen war ehrlich gesagt bedrückend.

Wir entschieden uns dazu Tongane rasch hinter uns zu lassen und aufzusteigen. Nachdem wir als letztes Relikt die Staumauer des ehemaligen Trinkwasserbassins überquert hatten, besserten sich wie abgesprochen Stimmung und Wetter. Wir hielten inne… für diesen großartigen Blick über den Fjord bis hin zum Meer und um bei Knäckebrot den weiteren Weg zu planen.

Der stellte uns dann auch wirklich vor große Herausforderungen. Merke: Weg auf der Karte bedeutet nicht, dass es einen Weg gibt.* Nach Wollgrasmooren und stechenden Wacholderheiden standen wir vor einem felsigen Hang und fanden nicht einmal einen Wildpfad. Also: Abenteuer und quer durch. Der „Weg“ förderte unsere Adrenalinausschüttung dermaßen, dass wir nur noch herzlich lachen mussten, als wir an einer harmlosen Stelle plötzlich auf eine frisch glänzende vierstufige Hilfsleiter stießen.

Zeit für Erholung. An einem Strand gegenüber des höchsten Seekliffs Europas, dem 860 Meter hohen Hornelen. Zum Vergleich: Die irischen Cliffs of Moher sind „nur“ 217 Meter hoch. Aber auch der Rest war beeindruckend. Einfach das Alles. Schaut unbedingt mal auf Bremanger360 vorbei, um davon einen Eindruck zu bekommen.

Auf unserem Rückweg machten wir mit dem Auto noch einen kleinen Umweg zur Rugsund Handelsstad. Seit dem 16. Jahrhundert wurde hier Handel betrieben, genauso wie heute. Nur, dass nun auch Schiffsdiesel und Softeis verkauft werden. Von einem sehr freundlichen Mann in seinem „Landhandel“, in dem viele Güter nur einmal im Regal stehen.

* Das passierte uns in Norwegen schon durchaus öfter.

1 Kommentar

Kommentar verfassen? Ich freu mich!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.